Wie die Generation Z und Millennials ihre finanzielle Zukunft gestalten

Die Welt des Investierens und der Altersvorsorge hat sich dramatisch verändert und junge Menschen stehen an vorderster Front dieses Wandels. Mit dem Aufkommen von Trading-Apps und einem wachsenden Interesse an nachhaltigen Investitionen stellen die Generation Z und die Millennials herkömmliche Konzepte der Kapitalanlage und Altersvorsorge in Frage. In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick darauf, wie junge Aktionäre ihre finanzielle Zukunft gestalten und welche Herausforderungen sie dabei erwarten. 

Der Boom der jungen Aktionäre 

Geld an der Börse anzulegen war noch nie so zugänglich wie heute. Trading-Apps ermöglichen es jungen Anlegern, Aktien, Fonds und hier insbesondere ETFs mit einem einfachen Klick zu kaufen und zu verkaufen. Für die Generation Z und die Millennials, die mit digitaler Technologie aufgewachsen sind, ist diese Zugänglichkeit äußerst attraktiv. Während der COVID-19-Pandemie erlebten Aktien und Fonds, unterstützt durch diese Apps, einen regelrechten Boom. Laut einer Studie des Deutschen Aktieninstituts stieg die Zahl der Aktionäre unter 30 Jahren von 2019 bis 2020 um 577.000 Menschen. Im Jahr 2021 erreichte diese Zahl erneut einen Höchststand, wobei rund 1,5 Millionen junge Menschen unter 30 Jahren in Aktien oder Fonds investieren. 

Nachhaltiges Investieren als Prinzip 

Eine der bemerkenswertesten Entwicklungen bei jungen Aktionären ist ihr Engagement für nachhaltige Investitionen. Die Generation Z und die Millennials sehen Kapitalanlagen nicht nur als Mittel zur Gewinnmaximierung, sondern auch als Möglichkeit, positive Veränderungen in der Welt herbeizuführen. Sie legen Wert darauf, in Unternehmen und Projekte zu investieren, die ihren sozialen und ökologischen Werten entsprechen. Diese ethische Ausrichtung spiegelt sich in ihren Investmentportfolios wider. Die Sinnhaftigkeit dieser Art der Kapitalanlage wird allerdings oft in Frage gestellt, denn die Nachhaltigkeitskriterien sind längst nicht einheitlich und es besteht stets die Gefahr von „Greenwashing“. 

Die Herausforderungen des Trends 

Trotz des anhaltenden Booms der jungen Aktionäre gibt es einige Herausforderungen, die dieser Trend mit sich bringt. Dabei ist die Sorge geäußert worden, dass das anfängliche Trading-Fieber mit der Zeit nachlassen könnte. Einige Beobachter weisen darauf hin, dass viele junge Menschen Aktienkäufe eher als kurzfristiges Glücksspiel ansehen und weniger als langfristigen Vermögensaufbau. 

Die Rolle der Finanzbildung 

Eine zentrale Herausforderung besteht darin, junge Aktionäre in finanzieller Bildung zu stärken. Gerrit Fey vom Deutschen Aktieninstitut ist optimistisch, dass viele junge Menschen langfristig am Aktienmarkt teilnehmen werden. Er weist auf Fondssparpläne hin, bei denen monatlich kleinere Beträge in breit gestreute Portfolios investiert werden. Dieses langfristige Engagement erfordert jedoch ein solides Verständnis der Finanzmärkte. 

Fazit: Eine vielversprechende Zukunft 

Die Generation Z und die Millennials gestalten die Welt der Kapitalanlage und Altersvorsorge neu. Ihr verstärktes Interesse an nachhaltigen Investitionen und die Nutzung digitaler Plattformen sind bemerkenswerte Trends. Um diese Entwicklungen nachhaltig zu gestalten, ist eine bessere finanzielle Bildung entscheidend. Die jungen Aktionäre von heute sind die Investoren von morgen, und sie haben das Potenzial, die Art und Weise, wie wir über Geld und Investitionen denken, grundlegend zu verändern. Während es Herausforderungen gibt, bleibt die Zukunft der Finanzwelt spannend und vielversprechend. Ruhe bewahren und langfristig denken sind dabei entscheidende Schlüssel zum Erfolg. 

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Die finanziellen Ängste der Generation „Babyboomer“ verstehen und bewältigen

In der Welt der Finanzen gibt es eine Generation, deren Ängste und Sorgen oft übersehen werden: Die „Babyboomer“. Geboren zwischen 1946 und 1964, haben sie einen Großteil ihres Lebens in einer sich ständig verändernden Wirtschaftswelt verbracht. Diese Veränderungen haben zu tiefen finanziellen Ängsten geführt, die wir jüngeren Generationen oft nicht vollständig verstehen.

Sicherheit in Unsicherheit:

Die Babyboomer haben den Wandel der Wirtschaft hautnah erlebt – von Wohlstand bis zur Rezession und wieder zurück. Ihre größte Angst? Die Sicherheit ihrer finanziellen Zukunft. Sie haben gesehen, wie Menschen in wirtschaftlichen Stürmen ihre Ersparnisse verloren haben, was zu einem tiefen Bedürfnis nach Stabilität geführt hat. Wer kann es ihnen verübeln? Die Vorstellung, im Ruhestand nicht genug zu haben, um die Rechnungen zu bezahlen, ist eine reale Sorge.

Die Macht des Vertrauens:

Für die Babyboomer war Vertrauen oft der Schlüssel. Vertrauen in ihre langjährigen Bankberater, in bewährte Anlageformen und in persönliche Beziehungen. Neue Technologien und Finanzprodukte können Unbehagen hervorrufen. Online-Banking und Robo-Advisor? Für viele sind das noch Neuland. Hier muss sich in der Anlageberatung für diese Zielgruppe etwas ändern: „Transparent und modern, aber trotzdem persönlich“ – das Ziel: Die Vorteile der heutigen Anlagevehikel mit den Werten alter Schule verknüpfen.

Der Wandel des Risikos:

Die Babyboomer haben gelernt, hart zu arbeiten und lange zu sparen. Das hat ihnen einen Hang zum Konservativen gegeben. Viele von ihnen sind weniger risikobereit und bevorzugen stabile, wenn auch niedrigere Renditen. Es ist eine Einstellung, die auf ihren Erfahrungen beruht. Doch könnten sie davon profitieren, eine ausgewogene Sicht auf Risiko und Rendite zu entwickeln und die Chancen von Investitionen in Betracht zu ziehen, die langfristig stabil sind. Gerade wissenschaftlich fundierte Anlageentscheidungen sollten für diese Generation relevant sein.

Vererbung und Fortschritt:

Die Sorge um die finanzielle Zukunft ihrer Familien ist bei Babyboomern tief verwurzelt. Das Weitergeben von Vermögen an die nächste Generation ist eine Herausforderung, die man sorgfältig angehen sollte. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle und deshalb ist es wichtig Experten auf allen Gebieten bei der Planung miteinzubeziehen.

Der Weg nach vorn:

Verstehen wir die Ängste der Babyboomer, können wir eine Brücke zwischen den Generationen schlagen. Wir können von ihrer Hartnäckigkeit in unsicheren Zeiten lernen und gleichzeitig eine aufgeschlossene Sicht auf neue Technologien und Investitionsmöglichkeiten bewahren. Indem wir lernen, wie sie Ängste in Stärken verwandeln, können wir alle auf dem Weg zu einer finanziell gesunden Zukunft vorankommen.

Lasst uns die Geschichten und Erfahrungen der Babyboomer konservieren und gleichzeitig die finanzielle Zukunft aktiv gestalten.

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Berti Schötterl

Ein weißes Blatt Papier

So bin ich vor einiger Zeit gestartet. Ich hatte eine Idee: Der Status Quo in der Anlage- bzw. Finanzberatung stellte mich nicht zufrieden.

Mit meinem eigenen beruflichen Status Quo war es genauso: Ein weißes Blatt Papier. Wie kann man die Beratung bestmöglich gestalten? Wie würde ich selbst gerne beraten werden? Was läuft schief und was müsste man ändern?

Das waren einige der Fragen, die ich mir gestellt habe.

Das Hauptproblem in der Branche: Meist sind die Produktanbieter selbst verantwortlich für die Beratung – finde den Fehler. Banken beraten zu ihren hauseigenen Fonds – Versicherungsgesellschaften zu ihren Absicherungslösungen. Wie kann man hier echt kundenorientiert beraten? Die Antwort: Eigentlich kann man es nicht.

Der Status des Anlage- bzw. Finanzberaters ist lange nicht auf dem Niveau des Rechts- oder Steuerberaters. Schade eigentlich, da die Wichtigkeit nicht zu gering bewertet werden kann. Jedoch auch verständlich, da das Produkt – ein Fonds, eine Anlage oder eine bestimmte Versicherung – bei der Beratung oftmals im Vordergrund steht. Das muss aber nicht sein.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht dient das Produkt eigentlich nur der Quersubventionierung der Beratung.

Ich hatte auch mit dem Gedanken gespielt, als Honorarberater an den Start zu gehen. Dagegen spricht aber die fehlende Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft für hochwertige Anlage- bzw. Finanzberatung zu bezahlen. Das geht aus mehreren Studien hervor, sowie aus vielen Gesprächen, die ich im Vorfeld der Unternehmensgründung mit verschiedenen Marktteilnehmern geführt habe.

Deshalb der Weg als unabhängiger Berater, der nicht an Produktanbieter gebunden ist, aber am Ende der Beratung durch die Umsetzung der erarbeiteten Konzepte den Umsatz generiert. Die Rückmeldung ist durchweg positiv, da wir am Ende unserer Beratung – im Gegensatz zum Steuerberater – auch verschiedene Produktempfehlungen geben, ist es doch nur sinnvoll, uns dadurch zu finanzieren, oder?

Natürlich immer transparent, denn das Thema Kosten spielt neben der Miteinbeziehung der Steuer und der Inflation in unseren Berechnungen eine entscheidende Rolle.

Ist es verwerflich und kann man echt unabhängig beraten, wenn man an der Vermittlung verdient? Ich denke schon, denn sofern Bedarf besteht, helfen wir dabei, diesen zu decken – wenn kein Bedarf besteht, wird auch nichts vermittelt. Die Entscheidung, ob überhaupt oder in welchem Umfang erarbeitete Konzepte umgesetzt werden, trifft immer der Mandant.

Ein Beispiel, das diesen Punkt verdeutlichen soll: Ein guter Chirurg, der mit eigener Praxis für eine Knie-OP einen hohen Umsatz generieren könnte, würde, sofern keine absolute Notwendigkeit besteht, die Operation ablehnen und einen konservativen Behandlungsansatz empfehlen.

Ärzte leisten einen Eid, stets im Wohle der Patienten zu handeln. Natürlich müssen wir keinen Eid leisten, aber ein ähnliches Versprechen gibt es bei uns auch. Unsere Mandanten stehen im Mittelpunkt und wir machen deren Anliegen zu unseren.

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Immobilieninvestitionen: Die Herausforderung des Klumpenrisikos und wie man es minimiert

Als Investoren sind wir stets bestrebt, unsere Portfolio-Risiken zu minimieren und unsere Renditen zu maximieren. Eine beliebte Anlageklasse, die oft als sicher und rentabel angesehen wird, sind Immobilien. Immobilieninvestitionen bieten eine solide Möglichkeit, Vermögen aufzubauen und langfristig stabile Renditen zu erzielen – soweit so gut. Allerdings ist es wichtig, sich der potenziellen Gefahr des Klumpenrisikos bewusst zu sein, das mit einer Konzentration von Immobilieninvestitionen verbunden sein kann. In diesem Artikel werde ich das Klumpenrisiko genauer betrachten und einige Strategien aufzeigen, wie man es minimieren kann.

Was ist das Klumpenrisiko?

Das Klumpenrisiko tritt auf, wenn ein Investor sein gesamtes Vermögen oder einen beträchtlichen Teil davon in eine einzelne Anlageklasse, in diesem Fall in Immobilien, investiert. Dazu kommt häufig, dass das Vermögen nicht nur in einer Assetklasse (Immobilien), sondern oft auch in einem oder in wenigen Objekten innerhalb dieser Anlageklasse steckt. Dieses Szenario kann zu erhöhter Volatilität und einem erhöhten Verlustrisiko führen, insbesondere wenn es zu einem Abschwung auf dem Immobilienmarkt kommt oder wenn eine spezifische Immobilie von Problemen betroffen ist.

Strategien zur Minimierung des Klumpenrisikos:

Diversifikation: 

Eine der effektivsten Strategien zur Risikominderung ist die Diversifikation. Indem Sie Ihr Portfolio auf verschiedene Immobilienarten, Standorte und Marktsegmente verteilen, können Sie das Klumpenrisiko erheblich reduzieren. Dies ermöglicht es Ihnen, von unterschiedlichen Marktbewegungen zu profitieren und Ihr Risiko breiter zu streuen. Zugegeben: Für die meisten ist es schwierig gleichzeitig in viele verschiedene werthaltige Immobilien zu investieren; hier limitiert oftmals das zur Verfügung stehende Anlagevolumen.

Streben nach einer ausgewogenen Asset Allocation

Ein ausgewogenes Portfolio besteht aus verschiedenen Anlageklassen, einschließlich Aktien, Anleihen, Immobilien und weitere. Eine solche Mischung hilft dabei, das Risiko weiter zu verteilen und das Klumpenrisiko zu minimieren. Durch die Kombination von Immobilieninvestitionen mit anderen Anlagen können Sie Ihr Portfolio stabilisieren und potenzielle Verluste ausgleichen.

Nutzung von Immobilienfonds oder REITs: 

Vor allem für Anleger, die sich kein breites Portfolio an physischen Immobilien aufgrund des geringeren, zur Verfügung stehenden, Anlagevolumens aufbauen können, ist das Investment in Immobilienfonds oder Real Estate Investment Trusts (REITs) eine interessante Möglichkeit, das Klumpenrisiko zu reduzieren. Diese Anlageinstrumente ermöglichen es Ihnen, indirekt in eine Vielzahl von Immobilien zu investieren, da sie in unterschiedliche Objekte und Märkte diversifiziert sind. Dadurch wird Ihr Risiko auf mehrere Immobilien und Immobilengesellschaften verteilt. Darüber hinaus profitieren Sie von professionellem Management.

Die Investition in Immobilien kann eine attraktive Möglichkeit sein, Vermögen aufzubauen und langfristige Renditen zu erzielen. Dennoch ist es wichtig, sich der potenziellen Risiken bewusst zu sein, insbesondere des Klumpenrisikos. Durch eine Konzentration Ihrer Investitionen in eine einzelne Immobilie oder eine begrenzte Anzahl von Immobilien setzen Sie sich einem erhöhten Verlustrisiko aus. Diese treten zu Tage falls Probleme mit einer spezifischen Immobilie auftreten oder der Markt schwankt.

Um das Klumpenrisiko zu minimieren, sollten Sie auf Diversifikation setzen. Verteilen Sie Ihr Immobilien-Investment auf verschiedene Immobilienarten, Standorte und Marktsegmente. Auf diese Weise reduzieren Sie die Auswirkungen einzelner Immobilien auf Ihr Gesamtportfolio. Gerade bei geringeren Anlagebeträgen, kann sich dieser Punkt allerdings als schwierig erweisen, insbesondere im Hinblick auf Direktinvestments in physische Immobilien. Eine ausgewogene Mischung aus verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Immobilien ist generell ratsam, um Ihr Risiko bereits auf dieser Ebene breiter zu streuen.

Immobilienfonds oder REITs können eine gute Option sein, um das Klumpenrisiko zu reduzieren. Diese Investmentvehikel ermöglichen es Ihnen, in einen diversifizierten Korb von Immobilien zu investieren. Sie profitieren von einer breiteren Risikostreuung und professionellem Management.

Es ist auch wichtig, sich über den Immobilienmarkt und die spezifischen Standorte, in die Sie investieren möchten, gründlich zu informieren – gerade wenn Sie Direktinvestments in physische Immobilien planen. Eine fundierte Marktanalyse und eine sorgfältige Due Diligence helfen Ihnen dabei, potenzielle Risiken zu identifizieren und eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Abschließend lässt sich sagen, dass Immobilieninvestitionen attraktiv sein können, aber das Klumpenrisiko nicht vernachlässigt werden darf. In einer sich ständig verändernden Wirtschaft ist es wichtig, flexibel zu bleiben und Ihr Portfolio regelmäßig zu überprüfen und anzupassen. Eine kontinuierliche Überwachung Ihrer Investitionen und eine Anpassung an sich ändernde Marktbedingungen können dazu beitragen, das Klumpenrisiko zu minimieren und langfristigen Erfolg zu gewährleisten.

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Factory Investing

ETFs und Factor Investing

Factor Investing hat sich als eine vielversprechende Anlagestrategie etabliert, die es Anlegern ermöglicht, über herkömmliche Marktkapitalisierungsgewichtung hinauszugehen und gezielt auf spezifische Faktoren zu setzen. Durch die Berücksichtigung von Faktoren wie Small Caps, Value, Momentum, Qualität und niedriger Volatilität können Anleger ihr Portfolio diversifizieren und potenziell höhere Renditen erzielen.

Um genauer verstehen zu können, wie Factor Investing funktioniert, finden Sie hier eine kurze Übersicht zu den bereits oben erwähnten Faktoren:

  1. Small Caps/Size: Diese Strategie konzentriert sich auf Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung. Historisch gesehen haben Small Caps höhere Renditen erzielt als große Unternehmen. Diese Faktor-ETFs eignen sich gut als Ergänzung zum Portfolio, da sie Unternehmen abdecken, die im herkömmlichen Index möglicherweise nicht oder nur mit geringer Gewichtung enthalten sind.
  2. Value: Diese Strategie konzentriert sich auf unterbewertete Aktien, bei denen der Aktienkurs im Vergleich zum Unternehmenswert niedrig ist. Durch die Analyse fundamentaler Daten können Value-Aktien identifiziert werden, die ein hohes Wachstumspotenzial bieten. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht alle günstigen Aktien zwangsläufig an Wert gewinnen.
  3. Momentum: Bei dieser Strategie werden Aktien ausgewählt, die in jüngster Zeit eine starke Kursentwicklung aufweisen. Der Gedanke dahinter ist, dass Aktien mit einem positiven Kursmomentum dazu neigen, ihren Aufwärtstrend fortzusetzen. Diese Strategie hat sich in der Vergangenheit als vielversprechend erwiesen.
  4. Qualität: Diese Strategie bevorzugt Aktien von Unternehmen mit soliden Bilanzen und stabilem Gewinnwachstum. Qualitätsgesellschaften haben tendenziell eine bessere Kursentwicklung als der Gesamtmarkt. Faktoren wie Eigenkapitalrendite, stabiles Gewinnwachstum und Verschuldungsgrad werden bei der Auswahl berücksichtigt.
  5. Niedrige Volatilität: Diese Strategie konzentriert sich auf Aktien mit geringeren Kursschwankungen. Diese Faktor-ETFs bieten Anlegern die Möglichkeit, ihr Geld mit geringerem Risiko anzulegen. In volatilen Marktphasen können diese ETFs besser abschneiden als der Gesamtmarkt.

Die Verwendung von Faktor-ETFs bietet eine kostengünstige und effiziente Möglichkeit, in verschiedene Faktoren zu investieren, ohne die Notwendigkeit einer Einzelwertauswahl oder einer aktiven Fondsverwaltung. Durch den Einsatz von transparenten Indexmethodologien und regelbasierten Ansätzen bieten Faktor-ETFs Anlegern eine klare Vorstellung davon, welche Faktoren in ihrem Portfolio repräsentiert sind.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Factor Investing auch mit bestimmten Risiken verbunden ist. Faktorprämien können zeitlich begrenzt sein und unter bestimmten Marktbedingungen nicht wie erwartet funktionieren. Die Performance von Faktor-ETFs kann von Zeit zu Zeit variieren und es gibt keine Garantie dafür, dass sie den Gesamtmarkt outperformen werden.

Bei der Auswahl eines Faktor-ETFs sollten Anleger sorgfältig die Replikationsmethode, die Kostenstruktur und die angewandten Faktoren berücksichtigen. Es ist ratsam, eine ausgewogene Mischung von Faktoren in Betracht zu ziehen, um die Diversifikation zu maximieren und das Risiko zu streuen. Factor Investing sollte nicht als alleinige Anlagestrategie betrachtet werden, sondern als eine Ergänzung zu einem breit diversifizierten Portfolio. Es ist wichtig, dass Anleger ihre individuellen Anlageziele, Risikotoleranz und Anlagehorizont berücksichtigen, bevor sie in Faktor-ETFs investieren.

Insgesamt bietet Factor Investing eine interessante Möglichkeit, traditionelle Anlageansätze zu erweitern und den Anlageerfolg zu verbessern. Durch die gezielte Ausnutzung von Faktoren können Anleger von langfristigen Marktanomalien profitieren und ihr Portfolio auf eine Weise gestalten, die ihren individuellen Präferenzen und Zielen entspricht. Es ist jedoch wichtig, sich der damit verbundenen Risiken bewusst zu sein und eine fundierte Entscheidung zu treffen, die auf einer gründlichen Analyse und einem Verständnis der zugrunde liegenden Faktoren beruht.

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Schötterl Finanz- und Versicherungsagentur

Die richtige Asset Allocation finden

Die Asset Allocation ist ein wichtiger Faktor bei der Geldanlage und bezeichnet die Aufteilung des Gesamtkapitals in unterschiedliche Vermögensklassen, wie Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe oder Barvermögen.

Warum ist Asset Allocation wichtig? 

Es gibt einen einfachen Grund dafür: Sie können damit systematisch das Risiko von Verlusten bei Ihrer Geldanlage reduzieren und gleichzeitig Chancen auf hohe Erträge wahrnehmen. Verschiedene Assetklassen bergen unterschiedlich hohe Risiken und liefern damit auch verschieden hohe Erträge. Durch eine breite Vermögensallokation auf verschiedene Anlageklassen können Sie das Verlustrisiko mit großer Wahrscheinlichkeit reduzieren, ohne dabei auf eine hübsche Rendite für Ihr Portfolio zu verzichten. Die drei klassischen Anlageziele sind Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite, auch bekannt als das „magische Dreieck der Geldanlage“. Sie können immer nur höchstens zwei Ziele gleichzeitig erreichen, während das dritte zwangsläufig vernachlässigt wird.

Wie finden Sie jetzt die richtige Aufteilung für Ihr Vermögen?

Eine sinnvolle Asset Allocation hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Risikobereitschaft, den finanziellen Zielen und dem Anlagehorizont. Es gibt jedoch einige grundlegende Schritte, die bei der Gestaltung einer Asset Allocation hilfreich sein können:

Analyse der finanziellen Ziele und Risikobereitschaft: 

Bevor man eine Asset Allocation festlegt, sollten die finanziellen Ziele und die Risikobereitschaft klar sein. Überlegen Sie sich, welches Ziel mit der Geldanlage erreicht werden soll und wie viel Risiko Sie dabei bereit sind einzugehen. Eine hohe Rendite bedeutet oft auch ein höheres Risiko.

Bestimmung des Anlagehorizonts: 

Der Anlagehorizont gibt an, wie lange das Geld investiert sein soll. Je länger Ihr Anlagehorizont ist, desto mehr Zeit haben Sie, um eventuelle Verluste auszugleichen und mögliche Renditen zu erzielen. Wenn Sie Ihr Geld jedoch kurzfristig benötigen, sollte eher auf sichere Anlagen gesetzt werden.

Diversifikation: 

Die Diversifikation ist ein wichtiger Faktor bei der Gestaltung einer sinnvollen Asset Allocation. Durch die Verteilung des Geldes auf verschiedene Anlageklassen kann das Risiko minimiert werden. Gleichzeitig ergibt sich eine höhere Renditeerwartung. Investieren Sie nicht alles in eine Anlageklasse, sondern streuen Sie Ihr Vermögen auf verschiedene Anlagen. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Assets möglichst wenig miteinander korrelieren, d.h. verliert eine Anlage an Wert, sollte eine andere diesen Wertverlust ganz oder teilweise ausgleichen können.

Berücksichtigung der Steuern und Kosten: 

Auch Steuern und Kosten sollten bei der Gestaltung der Asset Allocation berücksichtigt werden. Gerade beim Durchführungsweg innerhalb einer Anlageklasse ergeben sich große Unterschiede bei der steuerlichen und kostentechnischen Handhabung. Bei kleineren Anlagebeträgen kann es beispielsweise sinnvoll sein, auf eine möglichst einfache Struktur zu achten und die Asset Allocation so simpel wie möglich zu halten.

Regelmäßige Überprüfung: 

Eine sinnvolle Asset Allocation ist keine einmalige Entscheidung, sondern sollte regelmäßig überprüft und angepasst werden. Überprüfen Sie regelmäßig die Anlagestrategie und passen Sie diese gegebenenfalls an veränderte finanzielle Ziele oder Marktbedingungen an.

Die Asset Allocation ist ein wichtiger Faktor bei der Gestaltung einer erfolgreichen Geldanlage. Eine sinnvolle Vermögensaufteilung hilft dabei, das Risiko zu minimieren und gleichzeitig eine höhere Rendite zu erzielen. Bevor Sie jedoch eine Asset Allocation festlegen, sollten Sie verschiedene Aspekte, die für die Planung entscheidend sind, bedenken. Eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Anlagestrategie ist ebenfalls wichtig, um langfristig erfolgreich zu investieren.

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Schötterl Finanz- und Versicherungsagentur

Die Fondspolice – das Werkzeug für die Altersvorsorge mit ETFs

Die Fondspolice, auch Fondsgebundene Rentenversicherung oder Fondsrente genannt, ist der Turbo für jede Altersvorsorge mit ETFs.

Es handelt sich nicht um eine kapitalbildende oder klassische Lebensversicherung. Eine Fondspolice kombiniert einen Fondssparplan bzw. ETF-Sparplan mit einem Versicherungsvertrag. Fondsrenten mit Beitragsgarantien sind ebenfalls beliebt, wobei auf eine solche Garantie, zugunsten der Rendite, verzichtet werden sollte. Im Vergleich zum herkömmlichen ETF-Sparplan hat man bei der fondsgebundenen Rentenversicherung kein Depot bei einer Bank, sondern bei einer Versicherung. Die Vorteile liegen in der steuerlichen Behandlung eines solchen Versicherungsvertrags, denn eine Umschichtung / ein Rebalancing ist innerhalb des Versicherungsmantels jederzeit steuerneutral möglich – das heißt steuerfrei! Auch die Vorabpauschale, die aufgrund des nun gestiegenen Basiszinses wieder miteinbezogen werden muss, fällt innerhalb des Versicherungsmantels nicht an.

Der größte Steuervorteil ergibt sich allerdings aus dem Halbeinkünfteverfahren bei der Kapitalauszahlung. Hier greift die sogenannte 62 + 12 Regel. Nach Vollendung des 62. Lebensjahres und vorausgesetzt der Vertrag besteht zu diesem Zeitpunkt mindestens 12 Jahre, ist nur die Hälfte der Erträge zu versteuern – und zwar mit dem dann geltenden persönlichen Einkommensteuersatz. Mögliche Teilfreistellungen auf Fondsebene kommen natürlich auch noch zum Tragen.

Die Abschlusskosten einer Fondspolice betragen ca. 2,5% der Beitragssumme. Das klingt viel, zumal dieser Betrag, umgelegt auf die ersten 60 Monate, dem Anlagebetrag belastet wird. Die Kosten amortisieren sich jedoch mit der Laufzeit, sodass bei einer langfristigen Anlagedauer die Fondspolice auf “Nettoebene” gegenüber einem herkömmlichen ETF-Sparplan meist vorne liegt. Zur Nettoebene gehört die Miteinbeziehung der Kosten, der Steuern und der Inflation auf die Rendite. Jede Anlage hat hinsichtlich Kosten und Steuern unterschiedliche Charakteristika; die Inflation gilt für alle Anlagen gleichermaßen. Deshalb ist für die Vergleichbarkeit verschiedener Anlagen oder verschiedener Durchführungswege entscheidend, die reale Nettorendite der jeweiligen Anlage zu kennen. 

Die Formel lautet: Reale Nettorendite = Nominalrendite – Kosten – Steuern – Inflation

Entscheidend für den Erfolg einer Fondspolice ist ein ganzheitliches Finanzkonzept, sodass die Vorteile aus einer langen Laufzeit und stetigem Sparen auch ausgespielt werden können. Zu einem solchen Konzept gehören zwei weitere Bausteine: Einerseits ein Notgroschen aus 3-6 Monatsgehältern; jede Anlegerin, jeder Anleger hat ein unterschiedliches Sicherheitsbedürfnis, sodass die tatsächlichen Werte hier abweichen können. Es ist darauf zu achten, dass das angelegte Geld stets verfügbar ist und keinen Schwankungen unterliegt. Ein klassisches Tagesgeldkonto bei einer Bank oder kurzlaufende Geldmarktfonds bzw. ETFs können hier das geeignete Instrument sein. Der zweite Baustein lässt sich als ein Anlage-Topf mit einem mittelfristigen Anlagehorizont (5 bis 15 Jahre) darstellen, der sich durch geringe Schwankungen und einer geringeren Renditeerwartung gegenüber der Altersvorsorge mit einem langfristigen Anlagehorizont (mehr als 15 Jahre) auszeichnet. Hier ist es denkbar, in Mischfonds oder ETF-Portfolios aus Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs zu investieren. Rohstoffe, wie Edelmetalle und auch andere Assets wie Immobilien / Immobilienfonds bzw. ETFs können interessant sein.

Als Teil eines ganzheitlichen Finanzkonzepts ist die Fondspolice das Werkzeug für die Altersvorsorge. Man wird belohnt für eine besonders lange Anlagedauer. Um das durchhalten zu können, ist es daher umso wichtiger, sich daneben einen mittelfristigen Anlage-Topf aufzubauen. So wird bei größerem Kapitalbedarf, wie z.B. bei einem Immobilienkauf, dort Kapital entnommen – und es muss nicht die Altersvorsorge ganz oder teilweise aufgelöst werden. Für unerwartete Ausgaben ist darüber hinaus existenziell, sich einen Notgroschen zuzulegen. Nur so kann man gewährleisten kurzfristige Kapitalverpflichtungen bedienen zu können.

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Mein Interview mit Public Pioneers: „Gerade beim Thema Beihilfe ist auf Vieles zu achten“

Beihilfe, Altersvorsorge, Arbeitskraftabsicherung und Diensthaftpflicht – auch als Beamtin oder Beamter ist es wichtig, frühzeitig vorzusorgen und sich für alle Lebenslagen zu wappnen. Berti Schötterl ist Finanz- und Versicherungsexperte und informiert, welche Punkte besonders in den Blick zu nehmen sind.

Was muss ich beim Einstieg ins Beamtentum aus finanzieller Sicht beachten?

Durch den Statuswechsel ändern sich einige Dinge in Bezug auf die sozialen Sicherungssysteme. Die meisten Beamten haben vor dem Beginn ihrer Beamtenlaufbahn studiert oder als Angestellter gearbeitet. Hier waren Sie in der Regel gesetzlich krankenversichert und als Angestellter haben Sie auch Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung bezahlt.

Für Beamte gelten hier eigene Regelungen. Sie zahlen nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein und „erdienen“ sich selbst einen Ruhegehaltsanspruch (Pension). Die Krankenversicherung besteht für Beamte aus zwei Pfeilern – Beihilfe & Private Krankenversicherung.

Auf was muss ich beim Thema Beihilfe achten?

Wichtig ist die Absicherung der dazugehörigen Säule über eine private Krankenversicherung. Was ich nicht beeinflussen kann, ist der Beihilfeanspruch. Dieser unterscheidet sich leicht je nach Dienstherr – die Höhe richtet sich nach der jeweiligen Lebenssituation und beträgt in der Regel 50%. Die meisten Dienstherren gewähren im Alter (Pension) 70% Beihilfe, sodass die private Absicherung dann zurückgefahren werden kann – außerdem steigt die Beihilfe auf bis zu 70% bei zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern.

Was ist wichtig in Bezug auf meine Arbeitskraftabsicherung?

Als Beamter habe ich vor allem zu Beginn meiner Laufbahn erhebliche Versorgungslücken für den Fall der Dienstunfähigkeit. Hier muss ich einen Zeitraum von 5 Jahren „überstehen“, um mir eine Absicherung zu „erdienen“.

Wichtig ist deshalb gerade in dieser Anfangszeit, dass ich über eine private Dienstunfähigkeitsversicherung vorsorge. In der Praxis sind dies Berufsunfähigkeitsversicherungen mit kurzer Laufzeit. Beachten sollte man an dieser Stelle, dass der Versicherungsvertrag eine sogenannte „Dienstunfähigkeitsklausel“ beinhaltet – so verpflichtet sich der Versicherer eine durch den Dienstherren ausgesprochene Dienstunfähigkeit anzuerkennen und fordert selbst nicht weitere Gutachten an.

Wozu brauche ich als Beamter eine spezielle Dienst-Haftpflichtversicherung?

Viele denken, dass der Dienstherr für von mir verursachte Schäden während der Dienstzeit haftet – das ist aber nicht so. Als Beamter oder auch als Angestellte im öffentlichen Dienst brauche ich eine eigene Diensthaftpflichtversicherung, um vor den finanziellen Folgen für von mir selbst verursachten Schäden im Dienst geschützt zu sein.

In der Regel ist diese Absicherung ein Baustein der Privathaftpflichtversicherung und kann bei Vertragsabschluss eingeschlossen werden.

Lohnt es sich, meine bestehenden Absicherungen zu überprüfen?

Ja, auf jeden Fall. Gerade beim Thema Beihilfe ist auf Vieles zu achten und meistens hat man sich zu Beginn seiner Laufbahn nicht so sehr mit dem Thema beschäftigt. Häufig verlässt man sich darauf, was Freunde und Kollegen sagen. Auch bei der Dienstunfähigkeit und -haftpflichtversicherung haben sich die Bedingungswerke der Versicherer zum Besseren für den Verbraucher geändert und ich könnte unter Umständen jetzt davon profitieren.

Was muss ich im Hinblick auf meine Altersvorsorge bedenken?

Als Beamter „erdiene“ ich mir selbst ein gewisses Ruhestandsgehalt. Hierfür muss ich mindestens 5 Jahre im Dienst sein, um mir einen Anspruch zu erwerben. Es gilt: Je mehr Jahre ich dabei bin, desto höher fällt am Ende mein Anspruch auf Ruhestandsgehalt (Pension) aus.

Natürlich haben auch Beamte am Ende ihrer hoffentlich langen Laufbahn eine gewisse Versorgungslücke, die es zu schließen gilt – dennoch liegen die Ruhestandsgehälter weit höher als die gesetzliche Rente bei einer vergleichbar langen Angestellten-Laufbahn.

Welche Formen der privaten Altersvorsorge sind für Beamte besonders gut geeignet?

Beamte zahlen weiterhin Einkommenssteuer, deshalb ist es für sie – genauso wie für alle anderen – interessant steueroptimierte Geldanlage zu betreiben und fürs Alter vorzusorgen.

Hier sind verschiedene Anlageklassen denkbar und es gibt sicherlich nicht nur den einen goldenen Weg. Am besten lasse ich mich hier zum Thema steueroptimierte Geldanlage von einem Experten beraten.

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Schötterl Finanz- und Versicherungsagentur

Gesetzliche Rentenversicherung vor dem demographischen Wandel

Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein wichtiger Bestandteil des sozialen Sicherungssystems in Deutschland. Seit ihrer Einführung im Jahre 1889 hat sie eine bedeutende Rolle bei der Absicherung im Alter gespielt und bietet Millionen von Menschen eine finanzielle Sicherheit im Ruhestand.

In den letzten Jahrzehnten hat die gesetzliche Rentenversicherung jedoch mit einer Reihe von Herausforderungen zu kämpfen gehabt, insbesondere aufgrund der demographischen Entwicklungen. Die deutsche Bevölkerung altert zunehmend, während die Zahl der Beitragszahler sinkt. Dies stellt eine große Herausforderung für das Rentensystem dar, da es auf einer stabilen Beziehung zwischen Beitragszahlern und Rentnern basiert.

Laut einer Studie des Statistischen Bundesamts betrug die Lebenserwartung in Deutschland im Jahr 2019 rund 78,5 Jahre – bei Geburt im Jahr 2021 sogar 81,5 Jahre bei Männern und 85,2 Jahre bei Frauen. Bis 2050 wird erwartet, dass die Lebenserwartung weiter zunimmt, was auch zu einer längeren Rentenbezugsdauer führen wird. Das bedeutet, dass die Menschen immer länger leben und somit länger im Ruhestand sind. Zugleich sinkt die Zahl der Kinder, die geboren werden, was zu einer Abnahme der Beitragszahler führt. Im Jahr 2019 betrug die Geburtenrate in Deutschland lediglich 1,5 Kinder pro Frau.

Um die Zukunftsfähigkeit des Rentensystems zu gewährleisten, wurden in den letzten Jahren eine Reihe von Reformen durchgeführt. So wurde das Renteneintrittsalter schrittweise angehoben, um die Dauer des Arbeitslebens zu verlängern und die Zahl der Beitragszahler zu erhöhen. Zudem wurde das System der privaten Altersvorsorge gestärkt, um eine ergänzende Absicherung im Alter zu bieten.

Trotz dieser Reformen bleibt die gesetzliche Rentenversicherung ein zentraler Bestandteil des sozialen Sicherungssystems in Deutschland. Um ihre Zukunft zu sichern, müssen jedoch weitere Maßnahmen ergriffen werden, um die demographischen Herausforderungen zu bewältigen. Dazu gehört beispielsweise die Förderung der Kinderbetreuung, um die Geburtenrate zu erhöhen, sowie die Förderung des Beschäftigungsverhältnisses von älteren Arbeitnehmern, um ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten.

Eine wichtige Rolle spielen auch die Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter aktiv bei der Vorsorge für das Alter unterstützen können. Dazu gehört beispielsweise die Förderung der betrieblichen Altersvorsorge oder die Bereitstellung flexibler Arbeitszeitmodelle, um eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen.

Insgesamt ist es wichtig, dass alle Beteiligten – Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Politik – zusammenarbeiten, um die Zukunftsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung zu gewährleisten. Nur durch eine gemeinsame Anstrengung kann sichergestellt werden, dass auch künftige Generationen im Alter finanziell abgesichert sind.

Quellen:

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